Interaktionsuntersuchungen für haptisches Feedback elektronischer Eingabegeräte

Im Projekt InterHapt wurden die menschliche Wahrnehmung bezüglich haptischer
Empfindungen und die technischen Möglichkeiten zur Erzeugung haptischer Rückmeldungen untersucht, um Gestaltungsempfehlungen zu entwickeln. Dazu wurden unterschiedliche Szenarien entworfen, Laborexperimente zur Eingabe an stationären und mobilen berührempfindlichen Bildschirmen aufgebaut, mit verschiedenen Formen haptischer Rück­meldung ausgestattet und von Versuchspersonen erprobt und bewertet.

Die subjektive Beurteilung durch Versuchspersonen und objektiv ermittelte Verhaltens- und Leistungsdaten von Versuchspersonen dienen zur Bewertung der Formen der Rückmeldung.

Das Projekt InterHapt wurde von Mai 2014 bis Oktober 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik der Universität Kassel bearbeitet.

Touchscreens im Fokus der Untersuchungen

Mit berührempfindlichen Bildschirmen (Touchscreens) werden Informationen nicht nur angezeigt, sondern können am gleichen Ort auch manipuliert werden. Damit ist es möglich, kom­plexe Interaktionen auf kleiner Fläche auszuführen und zu geringen Kosten flexibel zu bleiben. Gleichzeitig geht aber das von mechanischen Tasten gewohnte Gefühl, die über den Tastsinn vermittelte Rück­meldung, verloren, was sich in geringerer Eingabe­geschwindigkeit und höherer Fehlerrate ausdrückt.

Um diesem Problem zu begegnen, wird derzeit eine fühlbare Rückmeldung in Form von Vibrationen künstlich erzeugt. Obwohl damit eine einfache haptische Rückmeldung schon eingesetzt wird, fehlen Empfehlungen zur Gestaltung einer aufgabenangemessenen, erwartungskonformen und an bewährte mechanische Vorbilder angepasste Form der haptischen Rückmeldung.

Gestaltungsempfehlungen für haptische Rückmeldung

Deshalb wurden aus den experimentellen Ergebnissen Gestaltungsempfehlungen abgeleitet, die stationäre Systeme für Experten (zum Beispiel Kassensysteme) und für Durchschnittsnutzer (beispiels­weise Fahrkarten­automaten) umfassen. Auch Mobilgeräte wie Smartphones werden von den Gestaltungsempfehlungen abgedeckt. Damit wurden Wissenslücken über menschliche Eigenschaften in der haptischen Wahrnehmung geschlossen und Grundlagen für die spätere weitere Umsetzung in anwendungsbezogenen Forschungsprojekten geschaffen. Die schon jetzt als multimodal bezeichneten visuellen und auditiven Schnittstellen heutiger interaktiver Systeme lassen sich in Zukunft um eine weitere sinnvolle Modalität ergänzen. Durch einen frühzeitig eingeleiteten Dialog mit Anwendern und Umsetzungspartnern sowie bei Bedarf speziell zugeschnittene Workshops wird der Transfer der Projektergebnisse sichergestellt.

Diese Webseiten stellen den Stand im November 2015 nach Projektende dar und werden nicht mehr regelmäßig ergänzt. Über die Kontaktseite stehen wir Ihnen aber auch weiterhin für Anfragen zur Verfügung. Wir wün­schen Ih­nen ei­nen in­for­ma­ti­ven und kurz­wei­li­gen Be­such auf der Homepage des Projektes InterHapt.

download: Informationsblatt zum Projekt InterHapt